Affinity Photo Testbericht 2026: Immer noch der beste Photoshop-Killer?

Veröffentlicht: 8. Juni 2026
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Kurzzusammenfassung: Affinity Photo ist ein leistungsstarker, professioneller Rastergrafikeditor und eine vollwertige Alternative zu Adobe Photoshop. Nach der Übernahme durch Canva ist die Kernsoftware, die Fotobearbeitung, Vektorgrafik und Seitenlayout vereint, nun kostenlos. Sie überzeugt durch einen nicht-destruktiven Workflow und ein umfassendes Werkzeugset, allerdings erfordern die erweiterten KI-Funktionen ein kostenpflichtiges Canva-Abonnement, und die Funktionen für die digitale Asset-Verwaltung von Adobe Lightroom fehlen.

Die Welt des digitalen Designs wurde lange von Adobes abonnementbasierter Creative Cloud dominiert. Doch seit Jahren gewinnt ein starker Konkurrent an Boden und bietet professionelle Werkzeuge ohne monatliche Gebühren an: Affinity Photo. Nach der Übernahme durch den Designgiganten Canva hat sich die Spielregeln nun grundlegend geändert. Die Kernsoftware von Affinity ist jetzt komplett kostenlos.

Ist Affinity Photo damit der unangefochtene Champion für Fotografen und Designer? Kann ein kostenloser Fotoeditor den Branchenstandard wirklich ersetzen? Dieser Testbericht untersucht die Funktionen, die Leistung und die neue Rolle der Software in der Kreativlandschaft des Jahres 2026.

Der große Wandel: Was bedeutet “kostenlos” wirklich?

Ende 2025 gelang Canva ein Meilenstein: Die drei zuvor separaten Affinity-Anwendungen – Photo, Designer und Publisher – wurden zu einem einzigen, einheitlichen Programm namens Affinity Studio zusammengeführt und kostenlos angeboten. Dies bedeutete eine grundlegende Abkehr vom bisherigen Einmalkaufmodell, das bereits ein wichtiges Verkaufsargument gegenüber Adobes Abonnementmodell darstellte.

Aber es gibt einen Haken. Die Kernfunktionen, die unglaublich leistungsstark sind und die allermeisten Anforderungen an Fotobearbeitung, Vektorgrafik und Seitenlayout abdecken, sind kostenlos. Die immer wichtiger werdenden KI-gestützten Tools erfordern jedoch ein kostenpflichtiges Canva-Abonnement. Zu diesen Premium-Funktionen gehören:

  • Generatives Füllen und Erweitern
  • KI-Hintergrundentfernung
  • Bildvergrößerung (“Superauflösung”)
  • Porträtunschärfe und Lichtanpassungen
  • Automatische Fotokolorierung

Dieses “Freemium”-Modell ist ein strategischer Schachzug. Es macht professionelle Designwerkzeuge zugänglicher denn je und bietet gleichzeitig Nutzern, die auf innovative, zeitsparende KI-Funktionen angewiesen sind, die Möglichkeit zum Kauf einer kostenpflichtigen Version. Für viele wird die kostenlose Version völlig ausreichen. Für Profis, die auf die neueste Technologie setzen, ist das Canva-Abonnement (ca. 14.000 £/Monat, Stand Anfang 2026) immer noch deutlich günstiger als Adobes Creative Cloud All Apps-Abo.

Kernfunktionen: Ein tiefer Einblick in die Foto-Persona

Affinity Photo arbeitet mit verschiedenen Arbeitsbereichen, sogenannten ‘Personas’. Der primäre Arbeitsbereich für die Fotobearbeitung ist die Foto-Persona, die sich für alle, die bereits mit einem Ebenen-basierten Bildbearbeitungsprogramm wie Photoshop gearbeitet haben, sofort vertraut anfühlt. Sie bietet eine Vielzahl an Werkzeugen für alles – von einfachen Anpassungen bis hin zu komplexen Bildkompositionen.

Zerstörungsfreier Arbeitsablauf

Eine der größten Stärken von Affinity Photo ist der Fokus auf einen nicht-destruktiven Workflow. Das bedeutet, dass Sie Anpassungen, Filter und Effekte anwenden können, ohne Ihre Originalbilddaten dauerhaft zu verändern. Zu den wichtigsten Aspekten gehören:

  • Live-Filterebenen: Effekte wie Weichzeichnen, Schärfen und Aufhellen lassen sich als bearbeitbare Ebenen anwenden, die jederzeit angepasst, maskiert oder entfernt werden können.
  • Einstellungsebenen: Belichtung, Kurven, Farbabgleich, HSL und mehr lassen sich als separate Ebenen steuern. Affinity bietet hilfreiche Miniaturansichten für jede Anpassungsart.
  • Zerstörungsfreie RAW-Entwicklung: Diese bahnbrechende Funktion, die in Version 2 eingeführt wurde, ermöglicht es Benutzern, RAW-Dateien in jeder Phase des Bearbeitungsprozesses neu zu verarbeiten, selbst nach dem Hinzufügen weiterer Ebenen und Masken. Dies ist vergleichbar mit den Smartobjekten in Photoshop und ein enormer Vorteil in puncto Flexibilität.

Erweiterte Werkzeuge für Fotografen

Affinity Photo eignet sich nicht nur für einfache Bildbearbeitungen. Es bietet eine Vielzahl an High-End-Funktionen, die sich an ambitionierte Fotografen richten:

BesonderheitBeschreibungAm besten geeignet für 
HDR-MergeKombiniert mehrere Belichtungsreihen zu einem einzigen 32-Bit-Bild mit hohem Dynamikumfang und unglaublicher Detailgenauigkeit.Landschafts-, Immobilien- und Architekturfotografie.
Panorama-StitchingFügt mehrere Bilder nahtlos zusammen und nutzt dabei fortschrittliche Ausrichtungs- und Korrekturwerkzeuge.Erstellung von weitläufigen Landschafts- oder Architekturaufnahmen.
Fokus-StackingKombiniert Bilder, die mit unterschiedlichen Brennweiten aufgenommen wurden, um eine finale Aufnahme mit maximaler Schärfentiefe zu erzeugen.Makrofotografie, Produktaufnahmen und Landschaftsfotografie.
Erweiterte MaskierungBeinhaltet Helligkeitsbereich, Farbtonbereich und Bandpassmasken, die sich automatisch mit dem Bild aktualisieren.Präzise Auswahl anhand von Helligkeit, Farbe oder Kanten.

Die Software verfügt außerdem über eine leistungsstarke Funktion „Verflüssigen“ zur Korrektur von Verzerrungen und eine spezielle Funktion „Tonwertkorrektur“ zur Stilisierung von HDR-Bildern. Diese spezialisierten Arbeitsbereiche sorgen für eine übersichtliche Hauptoberfläche und ermöglichen gleichzeitig bei Bedarf detaillierte Steuerungsmöglichkeiten.

Verbinde Foto-Workflows mit FlyPix AI

Affinity Photo wird hauptsächlich für Bildbearbeitung, Retusche und Designarbeiten verwendet. FlyPix AI Für Teams, die mit Geodaten arbeiten, dient es einem anderen Zweck: Es hilft bei der Analyse von Satelliten-, Drohnen- und Luftbildern, um Objekte zu erkennen, Gebiete zu segmentieren und Standorte im großen Maßstab zu überprüfen.

FlyPix AI kann bildbasierte Arbeiten unterstützen, bei denen Standort und Kontext eine Rolle spielen:

  • Objekterkennung in Drohnen-, Luft- oder Satellitenbildern
  • Aufteilung von Land, Vegetation, Wasser, Gebäuden, Straßen oder anderen Gebieten
  • Vergleich visueller Veränderungen an kartierten Standorten
  • Erstellung kundenspezifischer KI-Modelle für spezifische Bildanalyseaufgaben

Kontaktieren Sie FlyPix AI um zu erkunden, wie die Analyse von Geodatenbildern in Ihren visuellen Prüfprozess integriert werden kann.

Affinity Photo vs. Photoshop: Der Showdown 2026

Kann Affinity Photo Photoshop also wirklich ersetzen? Die Antwort hängt ganz von Ihrem Workflow ab. Für die grundlegende Fotobearbeitung, Retusche und Bildkomposition ist Affinity Photo nicht nur eine brauchbare Alternative – es ist gleichwertig. Es verarbeitet Ebenen, Masken, Pinsel und Mischmodi mit professioneller Präzision. Es unterstützt sogar PSD-Dateien, wobei komplexe Dateien mit Smartobjekten möglicherweise nicht perfekt übertragen werden.

Hier ist eine Übersicht darüber, wo die einzelnen Softwareprodukte im Jahr 2026 stehen:

Ein verhältnismäßiger Blick auf die wichtigsten Entscheidungsfaktoren der beiden Redakteure.

Wo Affinity Photo punktet:

  • Preis: Der Basis-Editor ist kostenlos. Das ist ein unschlagbarer Vorteil. Selbst mit einem Canva-Abonnement für KI kostet er nur einen Bruchteil von Adobes Funktionen.
  • Leistung: Affinity gilt allgemein als schneller und ressourcenschonender und ermöglicht flüssiges Schwenken und Zoomen mit 60 Bildern pro Sekunde, selbst auf älterer Hardware.
  • Benutzerfreundlichkeit: Obwohl es sich nach wie vor um ein professionelles Werkzeug mit einer gewissen Einarbeitungszeit handelt, wird seine Benutzeroberfläche oft als übersichtlicher und weniger überladen als die von Photoshop beschrieben. Der auf Personen basierende Workflow hilft dabei, die Werkzeuge auf die jeweilige Aufgabe zu konzentrieren.

Wohin Photoshop noch immer führt:

  • KI- und generative Funktionen: Adobes Firefly-KI ist ausgereifter und tiefer integriert. Funktionen wie die generative Füllung, die zwar in Affinity über Canva verfügbar sind, gelten in Photoshop weiterhin als Maßstab.
  • Ökosystemintegration: Das ist Adobes Trumpfkarte. Der nahtlose Workflow zwischen Photoshop, Lightroom und anderen Creative Cloud-Apps ist etwas, was Affinity nicht bieten kann. Wer Lightroom für die Katalogisierung und RAW-Bearbeitung nutzt, für den ist ein Wechsel eine große Hürde.
  • Industriestandards & Plugins: Photoshop ist seit Jahrzehnten Branchenführer. Das bedeutet mehr Tutorials, eine größere Community und ein riesiges Ökosystem an Drittanbieter-Plugins und -Skripten, die es für Affinity nicht gibt.

Kann Affinity Photo Lightroom ersetzen?

Das ist eine häufig gestellte Frage, und die Antwort ist ein klares Nein. Affinity Photo ist ein Pixel-Editor, der – ähnlich wie Photoshop – für die intensive Bearbeitung jeweils eines Bildes konzipiert wurde.

Lightroom hingegen ist ein Digital Asset Management (DAM)-System und ein RAW-Entwickler. Es zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Tausende von Fotos importieren, organisieren und aussortieren.
  • Voreinstellungen anwenden und Hunderte von Bildern gleichzeitig stapelweise bearbeiten.
  • Verschlagwortung, Bewertung und Verwaltung einer großen Fotobibliothek.

Affinity Photo bietet keine Katalogisierungs- oder Bibliotheksverwaltungsfunktionen. Zwar eignet sich die Entwicklungsumgebung hervorragend für die Bearbeitung einzelner RAW-Dateien, ist aber nicht für den Workflow von Event- oder Hochzeitsfotografen ausgelegt, die Lightroom für hohe Bildmengen nutzen. Realistischer ist es, Affinity Photo als Ersatz für Photoshop *in Kombination* mit einem DAM-System zu verwenden, beispielsweise Lightroom, Capture One oder einer anderen Alternative.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist Affinity Photo wirklich kostenlos?

Ja, die Kernsoftware, die Fotobearbeitung, Vektorgrafik und Seitenlayout vereint, kann jetzt komplett kostenlos und ohne Einschränkungen heruntergeladen und genutzt werden. Erweiterte KI-Funktionen wie generatives Füllen und Hintergrundentfernung erfordern jedoch ein kostenpflichtiges Canva-Abonnement.

Kann Affinity Photo Photoshop-Dateien (PSD) öffnen und bearbeiten?

Ja, Affinity Photo kann PSD-Dateien öffnen, bearbeiten und exportieren. Die Kompatibilität ist im Allgemeinen sehr gut für Ebenen, Masken und Anpassungen, einige fortgeschrittene Photoshop-Funktionen wie Smartobjekte sind jedoch möglicherweise nicht vollständig bearbeitbar.

Verfügt Affinity Photo über KI-Funktionen?

Die kostenlose Version bietet einige KI-gestützte Auswahlwerkzeuge, wie z. B. „Motiv auswählen“. Die fortschrittlicheren generativen KI-Werkzeuge (ähnlich wie Adobe Firefly) sind jedoch nur mit einem kostenpflichtigen Canva Premium-Abonnement verfügbar.

Ist Affinity Photo eine gute Wahl für Anfänger?

Affinity Photo ist zwar ein professionelles Werkzeug, seine Benutzeroberfläche wird von vielen Nutzern jedoch als übersichtlicher und intuitiver als die von Photoshop empfunden. Die Einarbeitung erfordert etwas Zeit, aber es ist eine hervorragende Plattform, um sich weiterzuentwickeln, insbesondere da die wichtigsten Werkzeuge kostenlos sind.

Worin besteht der Unterschied zwischen Affinity Photo und Affinity by Canva?

Im Wesentlichen handelt es sich jetzt um dasselbe. Nachdem Canva Serif (die ursprünglichen Entwickler) übernommen hatte, wurden die drei separaten Affinity-Apps (Photo, Designer, Publisher) zu einer einzigen kostenlosen Anwendung zusammengeführt, die oft als Affinity by Canva oder Affinity Studio bezeichnet wird.

Kann ich Affinity Photo auf einem iPad verwenden?

Absolut. Die iPad-Version von Affinity Photo genießt hohes Ansehen und enthält nahezu alle Funktionen der Desktop-Version, was sie zu einem der leistungsstärksten mobilen Fotoeditoren macht.

Wird Affinity Photo Adobe Lightroom überflüssig machen?

Nein. Affinity Photo ist ein ebenenbasierter Pixel-Editor zur detaillierten Bearbeitung einzelner Bilder. Es bietet nicht die Fotoverwaltungs-, Katalogisierungs- oder Stapelverarbeitungsfunktionen, die Adobe Lightroom auszeichnen.

Das Urteil für 2026

Affinity Photo ist auch 2026 eine unglaublich überzeugende Software. Indem Canva seinen professionellen Kerneditor kostenlos anbietet, stellt es Adobe vor eine ernstzunehmende Konkurrenz. Es ist ein schnelles, leistungsstarkes und funktionsreiches Tool, das Photoshop für eine Vielzahl von Nutzern – von Hobbyfotografen bis hin zu professionellen Designern und Fotografen, die detaillierte, ebenenbasierte Bearbeitungen vornehmen – durchaus ersetzen kann.

Seine Schwäche bleibt das Fehlen eines integrierten Ökosystems. Es kann Lightrooms Digital-Asset-Management nicht ersetzen, und seine KI-Funktionen sind zwar leistungsfähig, aber ein kostenpflichtiges Zusatzmodul und hinken Adobes ausgereifterer Implementierung noch hinterher.

Für wen ist Affinity Photo also die richtige Wahl?

  • Budgetbewusste Kreative: Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist einfach unschlagbar.
  • Photoshop-Nutzer haben genug von Abonnements: Wenn Ihre Arbeit hauptsächlich aus der Bearbeitung von Ebenen besteht und Sie keine tiefe Integration mit Lightroom benötigen, ist Affinity ein nahtloser Wechsel.
  • iPad-Entwickler: Die iPad-Version von Affinity Photo wird dafür gelobt, ein vollwertiger Editor der Desktop-Klasse zu sein, der weitaus leistungsfähiger ist als die mobilen Angebote von Adobe.

Für diejenigen, die tief im Adobe-Ökosystem verankert sind, insbesondere für Profis, die bei umfangreichen Arbeiten auf den Lightroom-Photoshop-Workflow angewiesen sind, könnte ein vollständiger Wechsel umständlich sein. Doch für alle anderen ist Affinity Photo längst nicht mehr nur eine gute Alternative. Es ist ein erstklassiger Fotoeditor, und die Tatsache, dass er kostenlos ist, macht ihn zu einer Option, die man nicht ignorieren kann.

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